
1996 eröffnete die Diakonie Stetten die erste neurologische Spezialpflegeeinrichtung in Baden-Württemberg. Für die Schwester war das ein Wendepunkt. Endlich konnte ihr Bruder in eine Umgebung wechseln, die auf schwer hirnverletzte Menschen ausgerichtet war.
Die Einrichtung entstand nicht im luftleeren Raum. Selbsthilfeaktive unterstützten den Aufbau, organisierten therapeutische Angebote und brachten Fachwissen ein. Angehörige wurden geschult und in die Förderung einbezogen. Auch die Schwester lernte dort, wie sie ihren Bruder besser begleiten konnte.
Mit der Zeit zeigte ihr Bruder immer bewusstere Reaktionen. Für die Familie war die Spezialpflege mehr als Verwahrung. Sie bedeutete die Chance auf Entwicklung, Zuwendung und Teilhabe am Leben.
Jahrzehnte später erfuhr die Schwester jedoch, dass die NeuroReha als Phase-F-Einrichtung aufgelöst worden war. An ihre Stelle trat eine außerklinische Intensivstation.
Der Ort, der ihrem Bruder über viele Jahre ein Zuhause und Förderung ermöglicht hatte, steht Menschen wie ihm heute nicht mehr in derselben Form offen.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Man hatte ihn aufgegeben. Seine Schwester nicht.
Als ihr Bruder nach einem Ertrinkungsunfall mit schwerer Hirnschädigung auf der Intensivstation lag, hörte seine Schwester Sätze, die sie nie vergessen sollte.
Zum KampagnenberichtIn die Reha kommt man nur aufrechten Fußes
Während andere ihren Bruder bereits als Sterbenden betrachteten, suchte seine Schwester nach einer Klinik, die ihm noch eine Chance geben würde.
Zum KampagnenberichtAuf dem Papier versorgt, in der Realität ohne Platz
Kaum war eine Station geschafft, stand die Schwester vor der nächsten Frage: Wohin kann ihr Bruder jetzt?
Zum KampagnenberichtVier Stunden jeden Tag
Als niemand ihr sagen konnte, wie es weitergehen sollte, begann die Schwester selbst Antworten zu suchen.
Zum KampagnenberichtHeute hätte er dort keinen Platz mehr
Erst nach langen Kämpfen fand der Bruder einen Ort, an dem Förderung und Pflege zusammenkommen konnten.
Zum KampagnenberichtDreißig Jahre Selbsthilfe – und die Sorge wächst
Nach 24 Jahren Begleitung ihres Bruders und jahrzehntelanger Selbsthilfearbeit zieht die Schwester eine bittere Bilanz.
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