
Nach der ersten Reha verschlechterte sich der Gesundheitszustand ihres Bruders durch eine schwere Lungenentzündung. Krankenhäuser in der Umgebung wollten ihn nicht aufnehmen. Er musste zurück nach Baden-Württemberg verlegt werden. Dort weigerte sich aus Sicht der Familie sogar das Krankenhaus, aus dem er ursprünglich gekommen war, ihn wieder aufzunehmen.
Später wiederholte sich die Suche. Nach vier Monaten Frührehabilitation sollte die Schwester einen Pflegeplatz organisieren. Geeignete Einrichtungen waren kaum bekannt. Eine Broschüre des Sozialministeriums listete Spezialpflegeheime auf, doch bei ihren Anrufen erfuhr sie, dass viele Einrichtungen die beschriebenen Möglichkeiten selbst nicht kannten oder den Aufwand nicht leisten konnten.
Gemeinsam mit Unterstützern legte sie eine Petition ein. Erst Monate später entstand eine neue neurologische Spezialpflegeeinrichtung, in die ihr Bruder schließlich wechseln konnte.
Die Plätze existierten teilweise auf dem Papier, aber nicht in der Realität ihres Bruders. Immer wieder hing seine weitere Versorgung davon ab, ob Angehörige selbst nach Lösungen suchten.
Jeder Umzug bedeutete neue Unsicherheit. Jede Aufnahme war das Ergebnis eines erneuten Kampfes um einen Platz.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Man hatte ihn aufgegeben. Seine Schwester nicht.
Als ihr Bruder nach einem Ertrinkungsunfall mit schwerer Hirnschädigung auf der Intensivstation lag, hörte seine Schwester Sätze, die sie nie vergessen sollte.
Zum KampagnenberichtIn die Reha kommt man nur aufrechten Fußes
Während andere ihren Bruder bereits als Sterbenden betrachteten, suchte seine Schwester nach einer Klinik, die ihm noch eine Chance geben würde.
Zum KampagnenberichtAuf dem Papier versorgt, in der Realität ohne Platz
Kaum war eine Station geschafft, stand die Schwester vor der nächsten Frage: Wohin kann ihr Bruder jetzt?
Zum KampagnenberichtVier Stunden jeden Tag
Als niemand ihr sagen konnte, wie es weitergehen sollte, begann die Schwester selbst Antworten zu suchen.
Zum KampagnenberichtHeute hätte er dort keinen Platz mehr
Erst nach langen Kämpfen fand der Bruder einen Ort, an dem Förderung und Pflege zusammenkommen konnten.
Zum KampagnenberichtDreißig Jahre Selbsthilfe – und die Sorge wächst
Nach 24 Jahren Begleitung ihres Bruders und jahrzehntelanger Selbsthilfearbeit zieht die Schwester eine bittere Bilanz.
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