
Seit Jahren versorgt sie ihren Mann zu Hause. Er ist schwer beeinträchtigt, kann nicht sprechen und braucht in vielen Bereichen Unterstützung. Die Verantwortung endet weder nachts noch am Wochenende. Umso wichtiger wären verlässliche Entlastungsangebote.
Auf den ersten Blick existieren verschiedene Leistungen. Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und weitere Hilfen sollen Angehörige unterstützen. In ihrem Alltag entsteht daraus jedoch nur ein sehr begrenzter Freiraum. Nach ihrer Schilderung summieren sich diese Möglichkeiten auf ungefähr zehn Stunden Hilfe im Monat.
Für eine Familie, deren Pflegealltag rund um die Uhr organisiert werden muss, fühlt sich dieser Abstand zwischen Anspruch und Wirklichkeit gewaltig an. Jeder Termin, jeder Arztbesuch und jede kurze Auszeit müssen geplant werden. Hinzu kommt, dass die meisten Angehörigen weit entfernt leben und nicht spontan helfen können. Unterstützung braucht Menschen vor Ort. Genau daran fehlt es häufig.
Erst die Tagesbetreuung ihres Mannes verschafft ihr einige Stunden Luft. Doch selbst diese Zeit wird nicht vollständig zur Erholung. Ein Teil davon fließt in die Arbeit im Homeoffice, weil die finanzielle Situation keine andere Wahl lässt.
Der Konflikt bleibt bestehen: Hilfen sind vorgesehen, die Hauptverantwortung bleibt dennoch bei ihr. Tag für Tag trägt sie die Pflege, organisiert den Alltag und sorgt dafür, dass ihr Mann zu Hause versorgt werden kann. Die wenigen Stunden Unterstützung ändern nichts daran, wer am Ende fast die gesamte Last trägt.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Zehn Jahre ohne Feierabend
Als ihr Mann nach sechs Monaten Wachkoma nach Hause zurückkehrte, begann für seine Frau ein Leben in ständiger Bereitschaft.
Zum Kampagnenbericht900 Euro für ein Leben voller Verantwortung
Mit der Erkrankung ihres Mannes verlor die Familie nicht nur Gesundheit und Alltag, sondern auch ihre wirtschaftliche Grundlage.
Zum KampagnenberichtIch war seine Frau. Heute bin ich vor allem die Pflegende.
Vor zehn Jahren verlor sie ihren Partner nicht durch den Tod. Sie verlor den gemeinsamen Alltag, den sie als Ehefrau mit ihm geführt hatte.
Zum KampagnenberichtZehn Stunden im Monat für ein Leben rund um die Uhr
Als die Belastung zu groß wurde und sie selbst zusammenbrach, zeigte sich, wie wenig Reserve in ihrem Alltag noch vorhanden war.
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