
Die Angehörigen hatten gehofft, in einer existenziellen Krise von einem tragfähigen Versorgungssystem aufgefangen zu werden. Stattdessen erlebten sie zahlreiche Hürden entlang des gesamten Behandlungsverlaufs. Beobachtungen wurden nach ihrem Eindruck nicht ausreichend berücksichtigt, die Suche nach Einrichtungen scheiterte wiederholt und notwendige Therapien fanden zeitweise nicht statt.
Immer wieder übernahm die Familie Aufgaben, die sie eigentlich bei den zuständigen Strukturen verortet hatte. Sie dokumentierte Entwicklungen, suchte Einrichtungen, organisierte Informationen und kämpfte um Verordnungen. Aus Angehörigen wurden gleichzeitig Fürsprecher, Koordinatoren und Krisenmanager.
Besonders belastend war dabei die Summe der Probleme. Nicht ein einzelnes Ereignis brachte die Familie an ihre Grenzen, sondern die ständige Wiederholung von Hindernissen. Jede neue Hürde kostete Kraft, Zeit und Hoffnung.
Als schließlich keine Perspektive mehr erkennbar war, holten die Angehörigen ihre Mutter nach Hause. Dort erlebten sie Entwicklungen, die ihnen neue Zuversicht gaben. Später bestätigten Pflegekräfte und Therapeuten vorhandene Kommunikationsmöglichkeiten.
Die Familie richtet ihre Kritik nicht gegen einzelne Menschen. Sie erinnert daran, wie verletzlich Menschen mit schweren Hirnschädigungen und ihre Angehörigen werden, wenn Versorgung von Zuständigkeiten, Kapazitäten und Vorannahmen abhängt. In dieser Zeit hätten sie sich vor allem eines gewünscht: ein System, das zuhört, begleitet und mit ihnen gemeinsam nach Lösungen sucht.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Über das Leben ihrer Mutter wurde gesprochen – mit der Familie zu wenig
Während Ärzte und Einrichtungen die Situation ihrer Mutter beurteilten, stand ihre Familie jeden Tag an ihrem Bett und beobachtete Dinge, die in vielen Gesprächen kaum Gewicht zu haben schienen.
Zum KampagnenberichtWir sahen Entwicklungen. Andere sahen Grenzen.
Monatelang beobachtete die Familie kleine Veränderungen bei ihrer Mutter. Oft hatte sie das Gefühl, gegen feste Einschätzungen anreden zu müssen.
Zum Kampagnenbericht18 Absagen und kein Platz
Während ihre Mutter auf Unterstützung angewiesen war, begann für die Familie eine Suche, die sie durch mehr als 18 Einrichtungen führte.
Zum KampagnenberichtVerlorene Zeit kann niemand zurückgeben
Während die Familie um jede Chance für ihre Mutter kämpfte, fanden wichtige Therapien über lange Zeiträume nicht statt.
Zum KampagnenberichtNicht nur gegen die Hirnblutung, sondern gegen das System
Mit der Hirnblutung ihrer Mutter begann für die Familie eine Reise durch Kliniken, Einschätzungen, Ablehnungen und Versorgungslücken.
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