
In der Selbsthilfegruppe trifft sie Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen. Menschen, die wissen, wie es sich anfühlt, täglich um einen schwer betroffenen Angehörigen zu kämpfen und gleichzeitig die eigenen Grenzen zu spüren.
Dort muss sie nicht erklären, warum sie zweifelt. Niemand fragt, warum sie kämpft oder weshalb sie erschöpft ist. Die anderen kennen diese Gefühle aus ihrem eigenen Leben. Gerade das macht den Austausch für sie so wertvoll.
Nach Monaten voller widersprüchlicher Einschätzungen, belastender Diskussionen und permanenter Verantwortung wurde die Gruppe zu einer wichtigen Stütze. Während sie sich an vielen Stellen allein gelassen fühlte, fand sie hier Menschen, die ihre Erfahrungen unmittelbar nachvollziehen können.
Die Gespräche lösen die Probleme nicht. Sie verändern nicht den Zustand ihres Lebensgefährten und beseitigen keine Versorgungslücken. Aber sie geben Orientierung in einer Situation, die oft orientierungslos erscheint.
Für eine Frau, die sich immer wieder als Fürsprecherin ihres Lebensgefährten behaupten muss, bedeutet dieses Verständnis mehr als Trost. Es bedeutet, für einen Moment nicht allein kämpfen zu müssen.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Eine Woche später atmete er wieder selbst
Nach dem Herzinfarkt ihres Lebensgefährten musste eine Angehörige nicht nur mit der Angst um sein Leben umgehen. Sie musste auch lernen, medizinische Prognosen zu hinterfragen, die ihr als nahezu sicher vermittelt wurden.
Zum KampagnenberichtUnbequem, weil sie ihn nicht aufgibt
Tag für Tag wacht eine Frau darüber, dass ihr Lebensgefährte nicht übersehen wird. Seit seinem Herzinfarkt kann er nicht selbst für sich sprechen. Also spricht sie für ihn.
Zum KampagnenberichtEr liegt da. Und niemand sieht sein Leid.
Die Frau beobachtet ihren Lebensgefährten jeden Tag. Sie sieht Anspannung, Unwohlsein und Momente, in denen sie den Eindruck hat, dass er leidet. Doch oft fühlt sie sich mit diesen Beobachtungen allein.
Zum KampagnenberichtMenschlichkeit darf kein Kostenfaktor sein
Neben der Sorge um ihren Lebensgefährten hat sich bei der Angehörigen noch etwas verändert: ihr Vertrauen in die Institutionen, von denen sie Unterstützung erwartet hatte.
Zum KampagnenberichtDort muss sie nichts erklären
Zwischen Pflege, Sorgen und ständiger Verantwortung fand die Angehörige einen Ort, an dem sie nicht rechtfertigen muss, warum sie erschöpft ist.
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