
Nach den schweren Gehirnblutungen ihres Mannes änderte sich alles. Die Pflege übernahm seine Frau zu Hause – Tag für Tag, Jahr für Jahr. Gleichzeitig brachen beide Einkommen weg. Was blieb, war die Verantwortung für einen schwerstpflegebedürftigen Menschen und die Sorge, wie der gemeinsame Lebensunterhalt gesichert werden kann.
Das Pflegegeld erlebt sie nicht als Anerkennung der geleisteten Arbeit, sondern als Betrag, der den tatsächlichen Aufwand kaum abbildet. Während sie täglich Pflege, Betreuung, Organisation und Beobachtung übernimmt, stehen den vielen Stunden Verantwortung vergleichsweise geringe finanzielle Leistungen gegenüber.
Selbst die wenigen Stunden, in denen ihr Mann heute eine Tagesbetreuung besucht, bedeuten nicht automatisch Freizeit. Aus finanzieller Not arbeitet sie in dieser Zeit teilweise im Homeoffice. Die Entlastung wird dadurch zu Arbeitszeit. Erholung muss warten.
Besonders schmerzhaft ist dabei, dass ihre Pflegeleistung über Jahre hinweg einen großen Teil dessen auffängt, was sonst professionelle Strukturen leisten müssten. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Belastung bestehen. Die Erkrankung ihres Mannes hat nicht nur ihr gemeinsames Leben verändert, sondern auch die finanzielle Sicherheit, die sie sich zuvor aufgebaut hatten.
Zehn Jahre nach dem Einschnitt trägt sie weiterhin die Verantwortung. Die Pflege ist geblieben. Die Einkommensverluste ebenfalls. Was als Entscheidung aus Liebe begann, ist zugleich zu einer dauerhaften finanziellen Herausforderung geworden.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
Zehn Jahre ohne Feierabend
Als ihr Mann nach sechs Monaten Wachkoma nach Hause zurückkehrte, begann für seine Frau ein Leben in ständiger Bereitschaft.
Zum Kampagnenbericht900 Euro für ein Leben voller Verantwortung
Mit der Erkrankung ihres Mannes verlor die Familie nicht nur Gesundheit und Alltag, sondern auch ihre wirtschaftliche Grundlage.
Zum KampagnenberichtIch war seine Frau. Heute bin ich vor allem die Pflegende.
Vor zehn Jahren verlor sie ihren Partner nicht durch den Tod. Sie verlor den gemeinsamen Alltag, den sie als Ehefrau mit ihm geführt hatte.
Zum KampagnenberichtZehn Stunden im Monat für ein Leben rund um die Uhr
Als die Belastung zu groß wurde und sie selbst zusammenbrach, zeigte sich, wie wenig Reserve in ihrem Alltag noch vorhanden war.
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