24 Stunden Pflege zu Hause – seit Jahrzehnten
Eine pflegende Ehefrau berichtet von jahrzehntelanger häuslicher Schwerstpflege, beruflichen Folgen, Personalmangel und fehlenden Entlastungsangeboten.
Korrigierte Fassung (nur Rechtschreibung, Satzzeichen und Zeilenvorschübe):
Warum für uns nur eine 24/7-Pflege im häuslichen Umfeld sinnvoll ist!
Wenn der Ehepartner mit 37 Jahren plötzlich zum Schwerstpflegefall wird, ändert sich das komplette Leben. Wo und wie soll es weitergehen? Ist eine häusliche Pflege sinnvoll und möglich? Wie finanzieren wir die Pflege? Kann ich trotz Pflege meinen Beruf weiter ausüben? Wo bekomme ich Hilfe und Unterstützung? Viele Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.
Obwohl mir alle Ärzte der Akutklinik von der häuslichen Pflege abgeraten haben, kam für uns nur diese Versorgungsmöglichkeit in Frage. Nur so konnten wir gemeinsam in einem Haushalt zusammenleben, und ich konnte allein bestimmen, wie die Pflege und Versorgung erfolgen soll.
Die ersten 20 Jahre habe ich zusammen mit einer Angehörigen meinen Ehepartner allein versorgt. Leider musste ich für die 24-Stunden-Pflege meinen Beruf aufgeben, und wir lebten von der Rente meines Mannes und dem Pflegegeld. Aber immer mit der Angst, dass mein Ehepartner verstirbt und ich dann nicht mehr in meinen gut bezahlten Beruf zurückkehren kann. Dann sähe es finanziell sehr schlecht aus, und auch meine Rentenbezüge wären im Alter sehr niedrig.
„Deshalb ist es für pflegende Angehörige sehr wichtig, dass ausreichende Rentenbeiträge für sie von der Pflegekasse gezahlt werden.“
Als die Schwerstpflege meines Ehepartners für mich allein zu Hause nicht mehr leistbar war, haben wir das Persönliche Budget bei der Krankenkasse beantragt, als Leistung der häuslichen Krankenpflege. Die Bewilligung hat ca. ein Dreivierteljahr gedauert und war natürlich eine Teilleistung für 12 Stunden.
Wobei dann die Suche nach geeignetem Pflegepersonal begann. Die kalkulierten Stundenlöhne für die Pflegekräfte im Arbeitgebermodell waren natürlich viel niedriger als im ambulanten oder stationären Bereich. Das erschwerte die Suche erheblich, wobei noch erschwerend hinzukam, dass wir in einer sehr abgelegenen ländlichen Umgebung wohnen, ohne ausreichende Anbindung an den ÖPNV.
Dann kam das IPReG. Wir mussten befürchten, dass die häusliche Pflege nun nicht mehr finanziert werden würde und eine Unterbringung in einem Pflegeheim drohte. Nur mit Hilfe entsprechender Kenntnisse über die Rechtslage durch meine langjährige Tätigkeit in unserem Selbsthilfeverein konnte ich dafür sorgen, dass mein Ehepartner auch weiterhin zu Hause gepflegt werden kann. Wenn nur nicht die Sorge um das nicht ausreichend vorhandene Pflegepersonal wäre.
Leider können wir viele Entlastungsangebote nicht wahrnehmen, wie z. B. den Entlastungsbetrag, die Verhinderungs- und Kurzzeitpflege oder die Tages- und Nachtpflege. Es stehen generell viel zu wenige Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung, und unsere Schwerstpflegepatienten werden dort nicht aufgenommen.
Auch die ambulanten Pflegedienste haben nicht ausreichend Personal und können nicht unterstützend tätig werden. Und auch den Intensivpflegediensten fehlt das ausreichend vorhandene qualifizierte Fachpersonal für eine verlässliche 24-Stunden-Pflege.
„Und auch den Intensivpflegediensten fehlt das ausreichend vorhandene qualifizierte Fachpersonal für eine verlässliche 24-Stunden-Pflege.“
