
Zwei Jahre lang begleitete sie ihren Mann durch Intensivstationen, Pflegeheime und Rehakliniken. Danach holte sie ihn nach Hause. Dort begann ein Alltag, der von Pflege, Organisation und ständiger Verantwortung geprägt war.
Ihr Mann konnte nicht essen, nicht laufen und nicht sprechen. Dennoch blieb er Teil des Familienlebens. Damit das möglich war, koordinierte seine Frau über Jahre hinweg Pflegekräfte, Dienstpläne, Therapien und Arzttermine. Sie war Ansprechpartnerin bei Übergaben, organisierte Personal und sorgte dafür, dass die Versorgung funktionierte.
Die Pflege beschränkte sich nicht auf einzelne Handgriffe. Sie bestimmte den gesamten Tagesablauf. Neben der direkten Unterstützung ihres Mannes übernahm sie Aufgaben, für die sonst Pflegeassistenten eingesetzt wurden. Gleichzeitig liefen Familie, Haushalt und die organisatorischen Anforderungen der häuslichen Versorgung weiter.
Besonders belastend war, dass ein großer Teil dieser Verantwortung dauerhaft bei ihr blieb. Sie war nicht nur Ehefrau, sondern auch Koordinatorin, Begleiterin und Pflegende. Selbst wenn Unterstützung vorhanden war, hing das Funktionieren der Versorgung wesentlich von ihrem Einsatz ab.
Über viele Jahre entstand so ein Leben, in dem eigene Bedürfnisse immer wieder hinter die Versorgung des Mannes zurücktraten. Die Pflege wurde zur tragenden Säule des gesamten Systems. Ohne ihren täglichen Einsatz wäre die Betreuung zu Hause kaum möglich gewesen.
Das Pflaster



DIE WUNDEN HINTER DER GESCHICHTE
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